Wettergeschichten
Faszination 1: Was mich als Mittelgebirglerin und gestandene Tiefschneefahrerin immer wieder aufs Neue erstaunt: Wenn sich in Herford oder Lippe nur ein Hauch von Schnee andeutet, bricht der Ausnahmezustand aus. Es wird um die Wette gekrochen, geschlichen und grundlos gebremst, obwohl nur am Straßenrand und am Mittelstreifen eine erkennbare Andeutung von Schneematsch liegt. Ansonsten ist die Bundesstraße frei und dick gesalzen. Grmpf!
Faszination 2: Es ist zu überleben, fast die komplette Strecke von Detmold nach Herford mit Tempo 50 (gefühlt: 20) zu fahren. Grundlos (vgl. Punkt 1). Mein Dank gilt hierbei meinem mp3-Radio im Allgemeinen und dem 1. Klavierkonzert von Chopin im Besonderen. (Auf der Hinfahrt zur Weihnachtsfeier sangen dort noch die Hives, doch die wären auf der Rückfahrt sicher eher kontraproduktiv gewesen.)
Faszination 3: Im größten Wintersturm einen Sprinter mit 3,50 Meter Laderaumlänge auszuleihen und die Küchenarbeitsplatte nebst Möbeln damit abholen. Seitenwind rockt, doch bMwg fuhr prima. Sehr klasse in dem Zusammenhang: Avis bietet solche Fahrzeuge stundenweise zum Verleih, so daß wir den Kram für 2×15 EUR zuzüglich Spritkosten transportiert bekamen.
Faszination 4: Wettertechnisch mit allen Wassern gewaschen zu sein und sich dennoch einen Sturmschaden einzufangen. Inzwischen wissen wir, daß man Leitern bei Sturm nicht aufgestellt lassen sollte. Oder wenigstens nicht das Auto im Gefahrenradius parken sollte. Dummer Fehler, inzwischen schulterzuckend unter Kolateralschaden verbucht. Bissl Schwund is ja immer.