Towandas Turbulenzen

Bau, Macs und der ganze Rest


Turboschweine und die Solidarität

Kategorie: internet, politisches — towanda am Montag, 27. März 2006

Monis Geschichte (ich schrub bereits darüber) geht weiter: Der Justitiar der Organisation möchte nicht nur den eigentlichen Bericht gelöscht haben, sondern möchte seine Mails an sie nicht in ihrem Weblog veröffentlicht haben und setzt wieder Fristen per Mail, um die Beiträge zu entfernen — diesmal 11 Stunden.

Der Turbo-Maulkorb sozusagen.

Während Moni der ersten Aufforderung zur Beitragslöschung aus Angst vor finanziellen Konsequenzen noch nachgekommen ist, bleiben die Beiträge nun doch online.

Udo Vetter hat sich der Sache angenommen. Und die Presse zeigt sich anscheinend auch interessiert.

Der Originaltext von Monis Ursprungsposting (bei Moni inzwischen gelöscht) steht übrigens z. B. bei Basicthinking.

Über die vielen Säue, die derzeit mit allem Pomp und Glorie durch Kleinbloggersdorf getrieben werden, wundere ich mich schon gar nicht mehr. Meiner Meinung nach ist es gut und richtig, wie sich Moni entschieden hat, und ich wünsche ihr von Herzen viel Glück.

Aber ich wundere mich, wieso jeder gleich mit Paragraphen schwenkt, wenn ein Blogger mal Laut gibt. Glaubt man, ein halbwegs mit der Nutzung von Informationsmedien vertrauter Mensch (was ein Blogger doch meist ist), ließe sich durch lautes juristisches Gebelle einschüchtern? Haben so viele große Organisationen so wenig Ideen, wie man abseits von Paragraphen und Abmahnschreiben mit Leuten kommunizieren kann, die eine andere Meinung haben?

Oder ist es doch eher ein blindes Um-sich-Schlagen, weil man eine kleine Ahnung davon hat, was Sachen anrichten können, die für alle lesbar im Internet stehen? Dann wird es langsam Zeit, daß die Abmahner begreifen, daß mit Drohungen und Einschüchterungsversuchen die Party erst richtig losgeht.

Vom ersten Mailkontakt des Justitiars mit Moni am Freitag abend bis zur Antwort von Udo Vetter vergingen drei Tage, und das übers Wochenende. Ich staune nicht nur über das Tempo der Schreiben zwischen den eigentlichen Parteien, sondern vor allem über die Wellen, die der Fall in der Zeit geschlagen hat.

Aber besonders faszinierend finde ich es, daß direkt hinter der Sau eine große Welle Solidarität schwappt. Macht ein warmes kuscheliges Wir-Gefühl und tut gut.

Apropos Säue in Kleinbloggersdorf: Lief für die eurowebber nicht heute eine Frist ab?

2 Comments »

Kommentar von Jens:

ja, lief ab. und ew hat nichts weiter unternommen, weshalb ich nun davon ausgehe, daß sie ihre unterlassungsansprüche fallengelassen haben. und da auch die anderen blogger keine abmahnung o.ä. erhalten haben, gehe ich auch davon aus, daß das geschriebene der wahrheit entspricht so es tatsachenbehauptungen sind bzw. meinungen im sinne der meinungsfreiheit darstellen.
es haben sich inzwischen jede menge geschädigte vernetzen können und es laufen einige verfahren gegen euroweb.
für mich ein eindeutiger sieg nach punkten. ich glaube nicht, daß da noch was kommt. falls doch, wird es die angedrohte klage geben. das dürfte denen klar sein und daher lässt man auch die finger von den blogs.

29.03.2006 um 00:35 |

Kommentar von towanda:

Ein eindeutiger Sieg nach Punkten — ja, das sehe ich genauso. Und zwar ein Sieg für alle Blogger und für die so ungewöhnliche Struktur des Internet.
Danke, daß Du den Nerv und den Mut hattest, zusammen mit Udo diesen Sieg durchzukämpfen. Denn profitieren werden wir alle davon.

29.03.2006 um 22:08 |

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