Turboschweine und die Solidarität
Monis Geschichte (ich schrub bereits darüber) geht weiter: Der Justitiar der Organisation möchte nicht nur den eigentlichen Bericht gelöscht haben, sondern möchte seine Mails an sie nicht in ihrem Weblog veröffentlicht haben und setzt wieder Fristen per Mail, um die Beiträge zu entfernen — diesmal 11 Stunden.
Der Turbo-Maulkorb sozusagen.
Während Moni der ersten Aufforderung zur Beitragslöschung aus Angst vor finanziellen Konsequenzen noch nachgekommen ist, bleiben die Beiträge nun doch online.
Udo Vetter hat sich der Sache angenommen. Und die Presse zeigt sich anscheinend auch interessiert.
Der Originaltext von Monis Ursprungsposting (bei Moni inzwischen gelöscht) steht übrigens z. B. bei Basicthinking.
Über die vielen Säue, die derzeit mit allem Pomp und Glorie durch Kleinbloggersdorf getrieben werden, wundere ich mich schon gar nicht mehr. Meiner Meinung nach ist es gut und richtig, wie sich Moni entschieden hat, und ich wünsche ihr von Herzen viel Glück.
Aber ich wundere mich, wieso jeder gleich mit Paragraphen schwenkt, wenn ein Blogger mal Laut gibt. Glaubt man, ein halbwegs mit der Nutzung von Informationsmedien vertrauter Mensch (was ein Blogger doch meist ist), ließe sich durch lautes juristisches Gebelle einschüchtern? Haben so viele große Organisationen so wenig Ideen, wie man abseits von Paragraphen und Abmahnschreiben mit Leuten kommunizieren kann, die eine andere Meinung haben?
Oder ist es doch eher ein blindes Um-sich-Schlagen, weil man eine kleine Ahnung davon hat, was Sachen anrichten können, die für alle lesbar im Internet stehen? Dann wird es langsam Zeit, daß die Abmahner begreifen, daß mit Drohungen und Einschüchterungsversuchen die Party erst richtig losgeht.
Vom ersten Mailkontakt des Justitiars mit Moni am Freitag abend bis zur Antwort von Udo Vetter vergingen drei Tage, und das übers Wochenende. Ich staune nicht nur über das Tempo der Schreiben zwischen den eigentlichen Parteien, sondern vor allem über die Wellen, die der Fall in der Zeit geschlagen hat.
Aber besonders faszinierend finde ich es, daß direkt hinter der Sau eine große Welle Solidarität schwappt. Macht ein warmes kuscheliges Wir-Gefühl und tut gut.
Apropos Säue in Kleinbloggersdorf: Lief für die eurowebber nicht heute eine Frist ab?