Towanda macht Platz…
…denn der Badezimmermann will am Montag kommen.
Wir haben eine sehr kniffelige Baustelle: Der Anbau ist ein Neubau, soll aber teilweise mit Leitungen aus dem Altbau versorgt werden, und einige dieser Leitungen sollen in den Neubau verlegt werden.
Nun kann man aber auch nicht einfach Leitungen jetzt schon rüberlegen, da im Altbau das zivile Leben so lange wie möglich weitergehen soll (und das gerne auch mit Strom, Wasser und der Möglichkeit, ein wasserspülbares Klo zu benutzen).
Hier kam unserer pfiffiger Heizungssanitäterfachmann ins Spiel: Schon bei der Planung sah er das, was andere als nervtötende Frickelei empfinden würden, eher als herausforderndes Puzzlespiel und achtete sehr drauf, daß wir bis zum Durchbruch der Wände Altbau-Neubau möglichst ungestört weiterwohnen können. Dennoch muß er nächste Woche an die Leitungen bei uns im Bad.
Während sich also der uneheliche Schwiegervater außen um den Dachrinnenablauf kümmerte, habe ich es mir punkt halb vier mit Radio (Bundesliga, Sie wissen schon…), Hammer und Meißel im Bad gemütlich gemacht und Leitungen nackig gemacht:
So sah mein Werk nach einer halben Stunde aus. Dieses Metallgitter, das den Sturz umgibt, habe ich binnen kürzester Zeit zu meinem persönlichen Feind erklärt. Das beruhte wohl auf Gegenseitigkeit, schließlich hat es mir Finger und Unterarme zerkratzt.
Nach gut drei Stunden Klopfen (wir haben zwei Stellen aufmachen müssen) und einer Stunde Putzen war es dann erledigt.
Diesen Anblick wird unser Bad wohl für einige Wochen haben, bis es in die jetzige Küche umziehen kann.
Nett, nicht
?
Besonders schön ist auch das Fenster mit dem formidablen Ausblick — da steht nämlich die Mauer des Neubaus vor…
Kühn geworden durch unser Werk, improvisierten wir auch noch ein bißchen an der Deckenbeleuchtung. Denn wer sagt eigentlich, daß man bei Nut- und Federpaneelen immer die Nut in die Feder stecken muß? Wir zeigen es: Es geht auch anders!
Und das Beste nach einem Baustellennachmittag ist, wenn man sich abends in einem frisch geputzten Badezimmer Staub und Putzbrocken wieder aus Haut und Haaren waschen kann.
Das zweitbeste ist ein großer Topf Fischcurry mit Basmatireis.
Das drittbeste ist wahrscheinlich, wenn ich hoffentlich bis morgen früh den ganzen Dreck wieder aus meiner Nase habe und meine Taschentücher nicht mehr aussehen wie der Lappen, mit dem ich den Fußboden gewischt habe…