Towandas Turbulenzen

Bau, Macs und der ganze Rest


Seltsame Begegnung

Kategorie: der ganze rest — towanda am Samstag, 19. Mai 2007

Etwas wirklich Seltsames ist Donnerstag Abend Nacht passiert.

Es war so zwischen 23 und 23.30 Uhr. Der bMwg lag im Wohnzimmer auf dem Sofa, und ich tapperte in der Küche auf igor vor mich hin. Da hörte ich, daß der Hund wuffte und die Terrassentür aufging.

Daß der Hund einmal wufft, wenn jemand kommt, ist nicht ungewöhnlich. Das tut sie auch, wenn die Mitbewohner nach Hause kommen. Seltsam war nur, daß ich kein Auto auf den Hof fahren sah. Daher ging ich ins Wohnzimmer, um nachzusehen, was sich da tat.

In der Terrassentür, die bMwg gerade geöffnet hatte, stand ein Mann. Etwa Anfang bis Mitte dreißig, sportlich und etwas aufgeregt. Er bat uns gerade, einen Krankenwagen zu rufen.

Da ich nicht einfach wild auf Zuruf fremder Leute die Notrufleitungen blockiere, fragte ich nach dem Grund. Er selbst schien keine Hilfe zu brauchen, sondern war augenscheinlich körperlich unversehrt und, von seiner Aufregung abgesehen, auch bei Sinnen.

Ob vorn an der Straße ein Unfall passiert sei, fragte ich ihn. Er wiederholte, wir sollten doch einen Krankenwagen rufen. Da der bMwg noch immer mit dem Mann in der Terrassentür stand, schnappte ich mir ein Telephon und ging damit zur Haustüre raus in Richtung Straße.

Dort sah ich — genau gar nichts. Kein Auto, keine Person, einfach nichts. Nur den fremden Mann, der an mir vorbei von unserem Haus weg die Straße runter rannte.

Ich wiederum rannte auch, und zwar ins Haus zurück. Dort stand ein sehr verwunderter bMwg noch immer in der Terrassentür. Nachdem die Verhandlungen der beiden offensichtlich festgefahren waren (”Ruf einen Krankenwagen!” — “Sag mir, aus welchem Grund!” — “Ruf einen…”), sagte der Mann wohl noch etwas wie “Das klappt ja alles gar nicht!” und rannte weg.

Ich hatte an diesem Abend nicht das Gefühl, einen Hilfesuchenden in Not abgewiesen zu haben. Er hätte ja sagen können, warum er einen Krankenwagen braucht. Vielmehr glaube ich, daß da ein krummes Ding laufen sollte. Denn wer geht schon von der Straße aus an der “offiziellen” Haustür mit den Klingeln vorbei, um an einer Terrassentür zu klopfen?

Meine erste Vermutung war ja, daß er sich mit dieser Krankenwagennummer Zutritt zur Wohnung verschaffen wollte, um dann unbemerkt etwas mitgehen zu lassen, während man sich um das Telephonieren kümmert.

Aber wer tut das bei einer Wohnung, in der ganz offensichtlich mindestens zwei Leute noch wach sind? Sowohl bMwg auf dem Sofa als auch mich in der Küche sieht man vom Hof kommend sehr deutlich, da beide erleuchteten Fenster nach hinten raus gehen. Und warum, zum Teufel, diese Aktion mit der Terrassentüre statt der Haustüre?

Ich verstehe es nicht. Der Mann machte weder einen abgerissenen oder verwirrten Eindruck, und er wirkte auch nicht alkoholisiert oder sonst irgendwie unter Drogen stehend.

Es ist nichts passiert an diesem Abend. Dennoch hat dieser Kerl es geschafft, daß ich mich zu Hause nicht mehr so sicher fühle wie vorher. Die Terrassentür, die sonst gern mal unverriegelt blieb, schließe ich jetzt jedenfalls immer sehr gewissenhaft ab.

6 Comments »

Kommentar von Hokey:

Oh Mann wie spannend! Da sträuben sich einem ja schon beim Mitlesen die Haare…

19.05.2007 um 21:50 |

Kommentar von Ilona:

Krass!!! Wenigstens passieren nicht nur immer uns solche Merkwürdigkeiten.

Und genau: Man fühlt sich nach sowas niemals mehr wirklich sicher. Ich gehe heute noch als erstes durch alle Zimmer, wenn ich nach Hause komme und gucke ob alles in Ordnung ist. Und ja, ich schaue auch hinter den Türen und unter den Betten nach. Verrückt, aber ich kann nicht mehr anders.
Ach ja, hier der Link zu unserer merkwürdigen (Nicht)begegnung, falls du das damals verpasst hast: http://www.ilona-s.de/t_buch/2005/10/ekel/

19.05.2007 um 22:23 |

Kommentar von Ghettomaster:

Wobei so eine Glasterrassentür ja auch kein wirkliches Hinderniss für jemanden ist der ins Haus will….

20.05.2007 um 08:51 |

Kommentar von Klettergriffe:

Ja, abließen solltest Du auf jeden Fall.

Nicht dass tatsächlich mal wer kommt.

Peter :-)

20.05.2007 um 16:08 |

Kommentar von Jens:

Und genau deswegen unterbinde ich das scharfe Bellen nicht bei unseren beiden Hunden, wenn sich einer unserem Grundstück nähert. Das kann dann ruhig jeder wissen, das hier zwei Hunde leben, die nicht schwanzwedelnd zu jedem angelaufen kommen.
Mit der Meinung, es schreckt viele Leute ab, die nur dummes im Kopf haben stehe ich nicht allein. Es ist einfach erwiesen, in Häusern mit Hunden wird so schnell nicht eingebrochen oder sich gewaltsam Zugang verschafft.
Klar, wenn die Person eine Waffe gehabt hätte, würde das Ganze ein wenig anders aussehen. Da könnt ihr froh sein, das das wohl einer war, der da nciht viel Erfahrung hatte.
Habt ihr denn die Polizei gerufen? Vielleicht war das einer, den die Polizei sucht…

21.05.2007 um 18:38 |

Kommentar von towanda:

Wuah, Ilona, wie schrecklich! Da verstehe ich, daß Du immer erst mal alles kontrollierst! Ich nehme an, rausgefunden hat man über den Vorfall bis heute nichts?

Nö, Ghettomaster, ein echtes Hindernis nicht. Aber man müßte bei verschlossener Tür schon Gewalt anwenden und Lärm machen, um rein zu kommen. Durch zwei Schichtarbeiter ist bei uns aber meist jemand im Haus, der das hören müßte. Und wir haben recht aufmerksame Nachbarn (nicht im negativen Sinne).

Nein, Jens, die Polizei haben wir nicht gerufen. Hatte drüber nachgedacht, aber eigentlich war ja kein Schaden entstanden. Und ich kenn unser Polizeirevier. Da wird so umständlich befragt, zweifingrig getippt, zur Kenntnis und zu den Akten genommen, das brauch ich echt nicht.
Daß der Kerl gesucht wurde, glaub ich nicht. Sonst hätte der sich gar nicht erst bei Leuten blicken lassen.

Und das mit dem Bellen stört mich auch nicht. Sie bellt ja auch nicht richtig, sondern macht ein einzelnes, sehr tiefes “Wuff!” Klingt nach einem viel größeren Hund, und ich wette, das hat sie sich in der Hundeschule bei ihrem Neufundländer-Kumpel abgeschaut, hihi!

22.05.2007 um 09:09 |

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