Towandas Turbulenzen

Bau, Macs und der ganze Rest


Reisebericht Teil 4 — Ausflüge

Kategorie: der ganze rest — towanda am Sonntag, 10. Juni 2007

So, jetzt mal Butter bei die Fische: Wenn man in seinen Aktivitäten eingeschränkt ist (Bei uns: Erstens: Hund muß mit — Zweitens: Wegen Nebensaison sind noch nicht alle Locations offen — Drittens: Wetter ist nicht immer so fein), dann gibt die Gegend nicht so viel her.

Aber deswegen waren wir auch gar nicht da. Wenn ich Bespaßung rund um die Uhr gewollt hätte, dann hätte ich Cluburlaub mit Animation gebucht (igitt!).

Das Haus war so wunderschön, daß man es auch mal einen Tag drinnen mit mitgebrachter Unterhaltung aushalten konnte: Zweieinhalb Teile von Bartimäus habe ich gelesen — und es keine Seite lang bereut!

Weil Nebensaison war, konnten wir uns die Bude ja schließlich erst leisten. Und Hundeleuten ist das Wetter generell sowieso egal.

Unterm Strich blieb uns doch ein feines Programm, und es gab keinen Tag Langeweile. Wir besuchten die umliegenden Orte und haben es genossen, daß alles so nah war. Unser erstes Ziel, wenn es darum ging, uns im Supermarkt mit Krams einzudecken, war Løkken.

Ein niedlicher kleiner Badeort mit relativ großer Fußgängerzone, der in der Hauptsaison angeblich putzige kleine weiße Strandhütten sein Eigen nennt. Deswegen möchte ich ihm in der Hauptsaison auch nicht begegnen, das riecht schon nach Touristenschwemme. Für uns war es aber ein guter Anlaufpunkt, um uns mit den ersten Notwendigkeiten einzudecken.

Was auch nötig war.

Wenn ich vor Abfahrt zu einer Reise gecheckt habe, daß wir Ausweise, Reiseproviant, Karten an Bord und genug Sprit im Tank haben, dann lehne ich mich zurück mit den Worten: “Was jetzt noch fehlt, können wir kaufen.”

Dieses Mal hatte ich vergessen: Hundepfeife (egal — ich kann auf den Fingern pfeifen), Towandas Zahnbürste (kauft man neu) und meine Trekkingstiefel (wie konnte das passieren?!).

Letzteres war ein herber Verlust. Schließlich verfügte ich neben einem Paar Sneakers nur über diverse Paare Schönwetterlatschen.
Und es war KEIN Schönwetter!

Doch Løkken hatte die Lösung in Form von ein Paar kittgrauer, knöchelhöher Gummistiefel. Damit, und mit meinem wunderbaren roten Hunderucksack konnte uns fast nichts mehr passieren:

Hunderucksack und Gummistiefel

(Ja, der Rucksack hat wasserdichte Reißverschlüsse. Gesetzt den Fall, man schließt sie auch. Was ich bei einer Brötchenholtour vergessen hatte.
Der Anblick der leeren, durchweichten Papiertüte, die ich nach meiner morgentlichen Jagd stolz aus dem Rucksack zog, während die Brötchen im Rucksack verblieben (wo auch die aus Meer und Matsch zurückapportierten Dummies und zugesiffte Hundebälle lagern), hat bei mir inzwischen einen “Ist-der-Rucksack-auch-zu?”-Kontrollzwang ausgelöst.)

Natürlich haben wir in Løkken auch die Bolcheriet besucht, die örtliche Bonbonfabrik. Für mich nicht so spannend, da ich schon mal gesehen habe, wie Bonbons hergestellt werden: Einer meiner Lehrgangsteilnehmer machte ein Praktikum bei der Küfa, wo ich das Werk besichtigen durfte. Aber Süßkram nehm ich immer gern mit, und so haben wir uns einmal quer durch’s Sortiment versorgt.

Bergamotte war grauenvoll, man glaubt, Spülmittel inhaliert zu haben. Himbeere haftet stundenlang in der Nase, aber ansonsten war das alles recht lecker.

In Vrå gibt es eine Kerzengießerei mit großer Auswahl.
Nett für Kinder: Die können dort ihre eigenen Kerzen ziehen.
Nett für bMwg und Towanda: Viele Mitbringsel für die Leute zu Hause.

Wir besuchten Hirtshals, Lønstrup, Hjørring, aber ohne richtiges Ziel. So richtig blieb mir dort auch nichts in Erinnerung. Vielleicht lag es an der Nebensaison, vielleicht haben wir auch nur die richtig netten Orte nicht gefunden.

Ein Ziel, was wir uns in keinem Fall entgehen lassen wollten, war Skågen bzw. Grenen. Das ist der nordöstlichste Zipfel Dänemarks, wo sich Nord- und Ostsee treffen. Keine 100 Kilometer Fahrt waren das, und wenn wir schon mal annähernd in der Gegend waren, wollten wir uns dieses Spektakel auf jeden Fall angucken.

Bevor wir aber an die Landspitze fuhren, besuchten wir das Fischereimuseum in Skågen: Ein Freilichtmuseum, in dem auch Hunde willkommen waren. Dort sahen wir uns originale alte Fischerhäuser an. Die Ausstellungen über die Geschichte der Fischerei und über Seerettung waren gut aufbereitet und erinnerten mich einmal mehr daran, daß das Meer nicht nur Erholungsort ist, sondern auch Einnahmequelle und Bedrohung.

Jetzt aber ab an den Treffpunkt der beiden Meere!

Es war ein recht weiter Weg vom Parkplatz zur Spitze des Landzipfels, und mit unserer Dreiviertelstunde, für die wir das Parkticket gezogen hatten, kamen wir gerade so hin. Man hätte auch das Touri-Shuttle benutzen können, um zur Spitze zu gelangen. Doch ich bin noch nie an der Ostsee entlanggegangen, und außerdem hat man uns werksseitig mit halbwegs gesunden Beinen ausgestattet, die auch benutzt werden wollen.

So sah die Landspitze von Weitem aus:

Grenen/ Skagen -- Ost- und Nordsee treffen sich

Es ist wirklich total gruselig, Wellen von zwei Seiten aufeinandertreffen zu sehen: Auch als jemand, der das Meer eher selten sieht, bin ich daran gewöhnt, daß Wellen in einer Linie aus der Ferne auf mich zurollen. Hier kommen die Wellen aber von rechts und links, treffen sich in der Mitte und brechen sich zusätzlich am Strand, so daß man sich nach einer Weile ziemlich orientierungslos fühlt.

Grenen/ Skagen -- Ost- und Nordsee treffen sich 2

Leider kann man das auf einem feststehenden Bild nur unzureichend sehen. Eigentlich hätte ich ein Video machen sollen. Doch das wäre nicht gegangen. Denn was meine Photos ebenfalls nicht wiedergeben, da ich die Momente gut abgepaßt habe: Trotz Nebensaison war es hier ziemlich überlaufen. Die Leute standen an der Spitze förmlich Schlange, um sich und ihre Liebsten dorrt gegenseitig abzulichten.
Hätte ich versucht, die Wellen für länger zu filmen, wäre mir irgendein Honk garantiert in die Aufnahme gehuscht.

Was wir sonst noch Kurioses in Dänemark erlebt haben, erfahrt ihr im nächsten Teil des Reiseberichts.

2 Comments »

Pingback von Towandas Turbulenzen » Reisebericht Teil 3 — Rubjerg Knude:

[…] Über weitere Ausflüge geht es im nächsten Teil des Reiseberichts. […]

10.06.2007 um 11:14 |

Kommentar von Christian:

Ach schön, dass Ihr das geschafft habt, an der Landspitze zu stehen :)
Ich finde es unglaublich da…

11.06.2007 um 13:30 |

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