Reisebericht Teil 3 — Rubjerg Knude
Und wieder mal hatten wir Bockmist gebaut!
Christian hat uns in den Kommentaren ja Rubjerg Knude empfohlen. Ein Blick auf die Karte offenbarte: Och, ist ja ganz nah, am Strand entlang gar nicht weit!
So unternahmen wir mit dem kleinen schwarzen Hund einen Spaziergang am Wasser entlang — und scheiterten an…
Genau, an der Steilküste!
Alles, was uns blieb, war dieses Photo, vom Meer aus:
Doch so leicht geben sich der bMwg, der kleine schwarze Hund und Towanda nicht geschlagen. Natürlich versuchten wir es noch einmal auf dem Landweg.
Und wir haben es nicht bereut!
Rubjerg Knude Fyr ist ein Leuchtturm, 1900 zum ersten Mal in Betrieb genommen. 60 Meter über dem Meer und 200 Meter von der Küste entfernt wurde er damals gebaut.
Eigentlich hoch genug, um gesehen zu werden, und weit genug im Landesinneren, um nicht gleich wieder ins Meer zu stürzen.
Doch Rubjerg Knude Fyr wurde von anderer Seite bedroht: Der Wind wehte große Mengen an Sand an der Steilküste entlang nach oben. So entstand schließlich eine riesige Wanderdüne, die sich an den Leuchtturm anlagerte und langsam alle Gebäude um den Leuchtturm herum verschlang (wie zum Beispiel ein eigens für den Leuchtturm betriebenes Gas- bzw. E-Werk und Gemüsegärten der Arbeiter).
Wenn man dieses Bild so sieht, denkt man doch, daß dieses stattliche Gebäude weithin sichtbar sein sollte. Doch vergleicht mal mit dem ersten Bild vom Strand aus…
Alle Versuche, die Düne einzudämmen, blieben nutzlos. Wegen der Sandhügel war das Licht des Turms teilweise vom Meer aus nicht mehr zu sehen, so daß der Leuchtturm seine Funktion nicht mehr erfüllte. 1968 wurde er aufgegeben.
1980 wurde dort ein Sandflugmuseum eröffnet. Bizarrerweise hat die Düne auch dieses Museum begraben, so daß es 2002 aufgegeben werden mußte.
Ich fand die Schnelligkeit der Abtragung an der Küste und die Abrutsche an den Hängen ja schon beeindruckend. Aber diese Menge an Sand gab mir den Rest. Übergangslos schloß sich diese Mondlandschaft an begrünte Dünen, Sanddorn, Strandgras an.
Wie in einer Trickanimation erklärte das Hirn zwar, daß diese Menge Sand über all das Grün hinwegwandern würde — aber begreifen konnte ich das alles nicht.
Mein Prospekt sagt: “Die Düne ist derzeit am Leuchtturm vorbeigewandert, so daß dieser zum Meer hin völlig frei liegt. Man nimmt an, daß der Leuchtturm wegen der Küstenabtragung in den nächsten Jahrzehnten ins Meer stürzen wird.”
Das heißt, das noch zu meinen Lebzeiten Rubjergs Knude Fyr verschwunden sein könnte.
Tut mir leid, aber für meinen kleinen Kopf ist das zu viel, um es zu begreifen.
Über weitere Ausflüge geht es im nächsten Teil des Reiseberichts.