Towandas Turbulenzen

Bau, Macs und der ganze Rest


Reisebericht Teil 3 — Rubjerg Knude

Kategorie: der ganze rest — towanda am Dienstag, 5. Juni 2007

Und wieder mal hatten wir Bockmist gebaut!

Christian hat uns in den Kommentaren ja Rubjerg Knude empfohlen. Ein Blick auf die Karte offenbarte: Och, ist ja ganz nah, am Strand entlang gar nicht weit!

So unternahmen wir mit dem kleinen schwarzen Hund einen Spaziergang am Wasser entlang — und scheiterten an…

Genau, an der Steilküste!

Alles, was uns blieb, war dieses Photo, vom Meer aus:

Rubjerg Knude

Doch so leicht geben sich der bMwg, der kleine schwarze Hund und Towanda nicht geschlagen. Natürlich versuchten wir es noch einmal auf dem Landweg.

Und wir haben es nicht bereut!

Rubjerg Knude Fyr ist ein Leuchtturm, 1900 zum ersten Mal in Betrieb genommen. 60 Meter über dem Meer und 200 Meter von der Küste entfernt wurde er damals gebaut.

Eigentlich hoch genug, um gesehen zu werden, und weit genug im Landesinneren, um nicht gleich wieder ins Meer zu stürzen.

Doch Rubjerg Knude Fyr wurde von anderer Seite bedroht: Der Wind wehte große Mengen an Sand an der Steilküste entlang nach oben. So entstand schließlich eine riesige Wanderdüne, die sich an den Leuchtturm anlagerte und langsam alle Gebäude um den Leuchtturm herum verschlang (wie zum Beispiel ein eigens für den Leuchtturm betriebenes Gas- bzw. E-Werk und Gemüsegärten der Arbeiter).

Aug in Aug mit Rubjergs Knude

Wenn man dieses Bild so sieht, denkt man doch, daß dieses stattliche Gebäude weithin sichtbar sein sollte. Doch vergleicht mal mit dem ersten Bild vom Strand aus…

Alle Versuche, die Düne einzudämmen, blieben nutzlos. Wegen der Sandhügel war das Licht des Turms teilweise vom Meer aus nicht mehr zu sehen, so daß der Leuchtturm seine Funktion nicht mehr erfüllte. 1968 wurde er aufgegeben.

1980 wurde dort ein Sandflugmuseum eröffnet. Bizarrerweise hat die Düne auch dieses Museum begraben, so daß es 2002 aufgegeben werden mußte.

Ich fand die Schnelligkeit der Abtragung an der Küste und die Abrutsche an den Hängen ja schon beeindruckend. Aber diese Menge an Sand gab mir den Rest. Übergangslos schloß sich diese Mondlandschaft an begrünte Dünen, Sanddorn, Strandgras an.

Rubjergs Knude -- Sand frisst Landschaft 2

Rubjergs Knude -- Sand frisst Landschaft

Wie in einer Trickanimation erklärte das Hirn zwar, daß diese Menge Sand über all das Grün hinwegwandern würde — aber begreifen konnte ich das alles nicht.

Mein Prospekt sagt: “Die Düne ist derzeit am Leuchtturm vorbeigewandert, so daß dieser zum Meer hin völlig frei liegt. Man nimmt an, daß der Leuchtturm wegen der Küstenabtragung in den nächsten Jahrzehnten ins Meer stürzen wird.”

Das heißt, das noch zu meinen Lebzeiten Rubjergs Knude Fyr verschwunden sein könnte.

Tut mir leid, aber für meinen kleinen Kopf ist das zu viel, um es zu begreifen.

Über weitere Ausflüge geht es im nächsten Teil des Reiseberichts.

7 Comments »

Kommentar von Christian:

Mein Verstand rechnet mir gerade vor, dass ich zuletzt vor fast genau 10 Jahren da oben stand.
Und Deine Bilder zeigen mir, dass sich in der Zeit eine Menge getan hat. Und Deine Worte erklären auch was - aber begreifen kann man das alles nicht wirklich.
Mann oh Mann…

5.06.2007 um 23:03 |

Pingback von Towandas Turbulenzen » Reisebericht Teil 2 — Das Meer ist ewig, doch die Landschaft geht:

[…] Und da ich nun eine Überleitung zu Rubjergs Knude im Leben nicht mehr sauber hinbekomme, erfahrt ihr darüber etwas im nächsten Teil des Reiseberichts. […]

6.06.2007 um 00:14 |

Kommentar von Nina Katz:

Vielen Dank für die Postkarte!

Knuddels!

6.06.2007 um 06:52 |

Kommentar von Herr T. aus G.:

Noch 7 Tage^^

9.06.2007 um 22:31 |

Kommentar von towanda:

Christian, für Dich muß der Anblick noch überwältigender sein, wenn Du das noch von vor 10 Jahren kennst… Viellleicht sollte ich mir für 2017 schon mal in den Kalender schreiben, dort noch einmal hinzufahren.

@ Nina Katz: Gern geschehen!

@ Herr T. aus G.: Jau. Hab auch schon Erkundigungen über die Zielpersonen eingezogen und bin gespannt!

10.06.2007 um 11:16 |

Kommentar von Christian:

ich muss mal schauen - irgendwo hatte ich doch noch Fotos von damals…

10.06.2007 um 11:49 |

Kommentar von Theodora:

Hallo,
mein Jürgne und ich sind gerade vor einer Woche aus DK zurück. Wir haben diese Düne und den Leuchtturm 1994 zum ersten Mal besichtigt. Damals konnten wir dort noch gemütlich Kaffee trinken und das Museum besichtigen.
Jetzt 2007 waren wir überwältigt! Respekt vor der Natur kann man da nur noch sagen!
Wir sind sehr froh, dass wir alles noch einmal sehen konnten, bevor der Leuchtturm und wohl auch die Reste der Gebäude in ein paar jahren ins Meer stürzen werden.
Ich liebe Dänemark und besonders diese wunderbare Landschaft mit der Wanderdüne. Gruß Theodora

5.09.2007 um 17:02 |

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