Konsumblog fragt - Towanda antwortet
Das konsumblog, auf das ich im Übrigen schon lange mal hingewiesen haben wollte, stellt 7 Fragen zum Thema Konsum und Umwelt. Interessante Antworten sind da bei, und auch die Fragen sind spannnend, weshalb ich sie auch gleich beantworte.
Ist bei mir alten Labertruse natürlich etwas mehr geworden, daher verstecke ich es mal hinter dem Mehr-Link:
1. Gibt es Produkte, die Du bewusst meidest, wenn ja, welche und warum?
Fertiggerichte habe ich immer schon gehaßt (Ausnahme: Asiasuppen), doch richtig übel wird mir davon erst, seit ich mich zwei Monate zwangsweise damit ernähren mußte, weil ich keine Küche hatte. Seit ich wieder selbst kochen kann, zelebriere ich das richtig mit hochwertigen Produkten und bekomme einen Würgereiz bei dem Geruch von Fertigkost.
Ansonsten meide ich die großen Elektronikhändler - die Werbung ist mir zu penetrant und stimmt nicht mit dem tatsächlichen Auftreten der Märkte überein. Als ich eine ganz bestimmte Maus kaufen wollte, war im M-Markt nur noch das schon ziemlich angegriffelte Vorführexemplar da. Dies sollte mir zum regulären Preis verkauft werden, keine Chance auf Preisnachlaß. Mein “kleiner” PC-Händler hatte die Maus zu einem nur wenig höheren Preis. Er machte den Deal und ich mittlerweile eine großen Bogen um Mediamarkt und Saturn.
2. Hat es in den letzten 10 Jahren Ereignisse gegeben, die Dein Konsumverhalten verändert haben?
- Das Internet: Ich informiere mich online über Produkte, lese Produktvergleiche und bestelle vieles auch dort. Feine Sache!
- Umstieg auf Mac: Mein geliebter kleiner PC-Händler, der auch mal schrauben durfte, weil dort der Preis und der Service stimmte, kommt dadurch leider nur noch bei der Peripherie zum Zug. Doch da ein Apple-Produkt meist hochwertiger als ein PC ist (zumindest meiner Erfahrung nach) habe ich ein viel innigeres Verhältnis zu igor als zu meinen PCs.
- Mobilität: Ich muß berufsbedingt mehr fahren (25.000 km p. a.), habe keinen Dienstwagen und bin daher im September 2004 auf einen Diesel umgestiegen. Beste Entscheidung, die ich treffen konnte (nach Umstieg auf Mac). Seitdem gondele ich mit einem Durchschnittsverbrauch von unter 5 Litern durch die Welt und federe für mich die gestiegenen Spritpreise etwas ab.
- Anbau: Dort lautet die Devise ganz klar: Mehr Langlebigkeit! Bei meinen letzten Einrichtungs- und Umbauaktionen war ich noch gering verdienende Studentin mit kleinem Grundstock an Möbeln. Brauchte ich einen Tisch, zog ich los, einen günstigen zu finden, Qualität egal. Inzwischen gibt es hier genug ausgediente Tische, mit denen wir uns behelfen könnten, bis wir uns was Besseres leisten können. Was ich anschaffe, muß langlebig und von guter Qualität sein, sonst lasse ich es lieber erst mal bleiben. Ich habe keine Lust mehr, mich mit klapprigen Türen an Baumarktschränken zu ärgern, ich will keine abgeschlagenen Ecken an billigen IKEA-Tischen. In die gleiche Kerbe schlägt auch unsere Entscheidung für Linoleum und Eiche-Vollholzparkett als Bodenbelag.
3. Welche Ereignisse zum Thema Umwelt und Konsum haben Dich am stärksten beeindruckt oder empört?
Der Fleischskandal hat mir bewußt gemacht, wie rücksichtslos wir mit Mitgeschöpfen umgehen. Ich meine, das Tier zum Fleisch, das für 99 Cent als Steak in der Plastikschale liegt, kann kein gutes Leben gehabt haben, oder? Zwar betrifft mich der Fleischskandal als Vegetarierin nicht, dennoch achte ich besonders im Bereich Nahrung mehr auf hochwertige Rohprodukte, gebe dafür auch gerne mehr Geld aus und koche bewußter.
4. Welche Entwicklungen im Bereich Umwelt oder Verbraucherschutz beunruhigen Dich?
- Der sorglose Umgang mit der “Ressource” Tier (vgl. 3.)
- Die Beschneidung des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung: Immer mehr Firmen/ Organistationen wollen meine Daten und holen die sich auch (vgl. RFID, Videoüberwachung, WM-Ticketvergabe). Auf der anderen Seite aber auch der Verbraucher selbst, der sich mit Nippes als Prämie ködern läßt und fleißig seine Daten auf die Anträge für Kunden- und Rabattkarten pinselt.
5. Hast Du Erfahrung mit Markenprodukten gemacht, die in der Qualität nachgelassen haben oder wird alles besser, langlebiger, funktioneller?
Ich war noch nie besonders markenbewußt, weder bei Kleidung noch bei Elektronik. Allerdings gingen mir bisher auch nur Sachen/ Geräte kaputt, die etwas älter, sowieso preiswert waren und um die es nicht schade war. Schön finde ich die zwei Jahre Gewährleistung, die es mittlerweile gibt. Gerade bei Geräten der kleinen und mittleren Preisklasse kann ich damit schon mal zum etwas teuereren und besser ausgestatteten Produkt greifen. Und nach 2 Jahren muß man nicht weinen, wenn ein Fön oder eine Bohrmaschine ihr Leben aushauchen.
6. Hast Du Ideen für Politiker und Konsumenten, um das Verhältnis von Umweltschutz, Konsum und Lebensqualität zu verbessern.
Nehmt euer Volk ernst und versucht, zu verstehen, was unter euch abgeht. Von “Konsumzurückhaltung” zu sprechen und gleichzeitig Hartz IV zu beschließen, ist zynisch. Als ob das Zurückhalten eine bewußte Entscheidung wäre…
Bürger, seid sorgfältiger mit eueren Daten. Auch, wenn ihr glaubt, nichts zu verbergen zu haben, sind euere Daten wertvoll für irgendjemanden. Und der setzt sie sicher nicht für humanitäre Zwecke ein.
7. Kennst Du praktische Tipps für umweltbewusstes Konsumieren. Themen könnten hier Essen, Energiesparen, Verzicht u.a. sein.
- Weg mit dem Fertigkram, von dem man nicht weiß, welches Pülverchen aus welcher dubiosen Produktion welche Allergie auslöst. Selber kochen, bevorzugt mit regionalen Produkten der Saison. Wer braucht im Dezember schon aus von weißichwo eingeflogene Erdbeeren, wenn er Weißweinbirne mit Zartbitterschokolade haben kann? Bewußter essen, Nahrung und Kochen kann so sexy sein.
- Weniger Autofahren, spritsparender fahren. Es muß nicht immer Vollgas sein, und nach dem Auskuppeln ist der Diesel leiser.
- Laßt euch nicht verarschen: Geiz ist nicht geil - Qualität rockt.
- Und für das Schonen von Ressourcen in den eigenen vier Wänden empfehle ich einen Besuch bei heiztipp.de.