Halbzeitrezepte #7: Linsensuppe
Frisch zur Eröffnung der Rückrunde gibt es auch wieder Halbzeitrezepte. Die Küche ist schließlich fertig, ich habe also keine Ausreden mehr.
Auch in der Rückrunde gelten folgende Spielregeln: Alles ist erlaubt, was sich in 15 Minuten zubereiten läßt. Es werden nur von mir getestete Rezepte gepostet, was Rezepte mit Fleisch ausschließt (ich bin ja nicht doof und koche etwas, was ich nicht probieren will…).
Der 18. Spieltag ist noch nicht vorbei — schließlich trifft morgen erst “meine” Arminia zu Hause auf Werder Bremen.
Doch der Club hat sein 2:1 gegen den HSV heute schon eingefahren und ist damit dem Abstiegskampf ein wenig entronnen. Leider mit einem großen Opfer: Marek Mintal, der Torschützenkönig der letzten Saison, ging schon nach wenigen Minuten verletzungsbedingt vom Platz. Doppelt bitter, schließlich lief er nach Mittelfußbruch und monatelanger Verletzungspause heute zum ersten Mal wieder auf.
Richtig gut paßt dazu das heutige Halbzeitrezept, denn Suppen am Krankenbett gehen fast immer.
Linsensuppe. Wem dazu eine trübe Brühe einfällt, die aus Riesenbottichen in triste Näpfe gelöffelt wird und in der mit Glück ein paar Würstchenbrocken schwimmen, der möge diese Vorstellung ganz schnell aus seinem Gedächtnis streichen. Schon weil die Würstchen in einem (zugegeben fisch-affinen) Vegetarierhaushalt nicht machbar sind. Außerdem können Linsensuppen auch bunt und lecker sein.
Ich gebe zu, ich habe mich sehr vom Artikel des Großmeister Siebeck in der Zeit inspirieren lassen. Aber er hat recht: Mit Erbsen und Linsen kann man experimentieren, und das habe ich getan.
Daher dürft ihr mein Experiment vom Montag auslöffeln, welches da heißt:
Linsensuppe mit Gemüse und Räucheraal
1 Zwiebel je 1/2 Paprika rot und gelb 1/2 Zucchini einige Champignons nicht zu klein schneiden und mit Olivenöl im Topf kurz andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Aus dem Topf nehmen und mit Salz und Pfeffer (gerne auch Cayenne) würzen.
200g kleine rote Linsen im Sieb waschen. Im gleichen Topf mit etwas Olivenöl anschwitzen. Mit Gemüsebouillon aufgießen und 10 Minuten köcheln lassen.
Empfehlung am Rande: Ich bin ja immer recht faul und skeptisch gegenüber dem Fachgesimpel der Profiköche. Doch an dieser Stelle muß ich eine Lanze für die selbstgemachte Bouillon brechen: Es lohnt sich wirklich, sie selbst herzustellen, auch wenn ganz brauchbare Fertigbrühekrümel gibt (ich mag z. B. Knorr Delikatessbrühe oder Gemüse-Kraftbouillon aus gleichem Hause). Ist ja auch gar nicht schwer: Karotten, Sellerie, Blumenkohl, Lauch, Petersilie und was einem sonst noch so vors Gewehr läuft beim Einkauf waschen, schneiden, mit etwas Butter in einen Topf werfen. Andünsten, mit Wasser aufgießen, salzen, eine Stunde kochen lassen und abgießen. Läßt sich für die Vorratshaltung prima einreduzieren und portionsweise einfrieren. Und nur, falls ich es noch nicht erwähnt habe: Es lohnt geschmacklich wirklich.
Aber zurück zu den Linsen. Wo waren wir gleich noch? Ach ja…
Die sind nach 10 Minuten inzwischen bißfest gar und haben im Idealfall 1-2 fingerbreit Brühe über sich. Perfekt. Dann darf sich auch das beiseite gestellte Gemüse wieder drin aufwärmen, während wir versuchen, Geschmack an unser Werk zu bekommen.
Wieder muß ich dem Siebeck recht geben: Linsen können fast alles ab, nur gewürzt müssen sie werden. Ich habe ganz gute Erfolge erzielt mit einer Spur Curry, einem Schuß Balsamico (wichtig! Linsen wollen noch etwas Säure haben), etwas Chili, edelsüßem Paprikapulver und Petersilie.
Aber macht doch, was ihr wollt
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Ein Stück Räucheraal (etwa 10-15 cm) von Haut und Gräten befreien und in Stückchen von 1-2 cm Länge schneiden. Kurz vor dem Servieren darf der Räucheraal noch zum Anwärmen in die Suppe.
Ich mag den eigentlich nicht: Lose auf einer Fischplatte ist er mir zu penetrant und fett — so viel Magenputzer kann ich hinterher gar nicht trinken, wie der haben will. Aber für die relativ schlanke Suppe und zum Curry-Geschmack ist er wie gemacht und schmeckte sogar der Aalverächterin.
Nun denn… Es darf serviert werden! Am liebsten mit Sesambrötchen dazu.