Die guten Seiten der Demenz
Die ganze Zeit habe ich schon überlegt, wie ich das kleine Vernunft-Engelchen (Fachgebiet Finanzplanung) und das freche Konsumteufelchen (Motto: Habenhabenhaben!) unter einen Hut bekomme:
“Eine neue Kamera, och bittööö, wenigstens Rondra zuliebe!” quäkt das Teufelchen. “Aber die Autoversicherung will ihr Geld im Januar”, entgegnet das Engelchen. “Das neue MacBook ist sexy, und igor ist schon fast 2 Jahre alt — vielleicht könnten wir ja…?” — “Und wann bilden wir Rücklagen für spezielle Notfälle? Da ist grad nüscht, nada, niente. Das ist unverantwortlich!” hält das Engelchen dagegen.
“Was ist eigentlich mit dem Küchenschrank mit Apothekerauszug, den wir schon längst anschaffen wollten? Hier ist fast kein Platz mehr!” grummelt das Teufelchen. “Mal sehen, was das Finanzamt beim Lohnsteuerjahresausgleich zurückzahlt”, beschwichtigt ihn das Engelchen. “Och, das ist noch sooo lang! Aber eine neue Brille, die wäre wirklich mal fällig!” bettelt das Teufelchen. “Frühestens von dem Sparvertrag, der im März freiwird”, bügelt ihn das Engelchen ab.
So geht das die ganze Zeit. Bisher gewinnt immer das Engelchen, indem es das Teufelchen mit kleineren Zugeständnissen belohnt: Ein Hundekörbchen, eine sehr günstige Winterjacke — aber nichts aus der Liste oben.
Doch eines hatte das Engelchen, das sonst wirklich an alles denkt, nicht auf dem Schirm: Das Weihnachtsgeld, welches heute ausgezahlt wurde. Aus dem Gehalt, das sonst brutto gezahlt wurde, ist für diesen Monat ein Nettogehalt geworden.
Und das Teufelchen hat davon schon Wind bekommen. Ich vermute, wenigstens die Kamera wird es sich anschaffen können, ohne daß das Engelchen böse wird.