Von der Realität überholt
Vor ein paar Tagen unterhielt ich mich mit dem bMwg darüber, wie schwer es doch ist, Leute davon zu überzeugen, daß Videoüberwachung, Vorratsdatenspeicherung und Bundestroianer sie persönlich einschränken.
“Och, ich mach ja nicht so viel am PC”, sagen die einen. “Ich hab ja nichts zu verbergen”, erwidern die anderen. “Wenn dadurch doch Terroristen und Kinderschänder gefangen werden, dann ist das doch eine gute Sache!” wenden die nächsten ein.
Für langatmige Erklärungen, warum Überwachung kaum Verbrechen verhindert und warum Grundrechte nicht so einfach ausgehebelt werden sollten, ist keine Zeit. Denn eigentlich ist das Interesse am Thema schon vorbei, schließlich macht man ja nicht so viel am PC… Genau.
Etwas Griffiges, eine plakative Aktion, vielleicht ein schlüssiger und eingängiger Vergleich müßte her, damit die Leute begreifen, daß diese Themen sehr wohl mit ihnen und ihrem Alltag zu tun haben. Eine Fragestellung, die übrigens auch in der Chaosradio-Sendung zum Bundestroianer aufgetaucht ist.
“Schlag doch vor, einfach auch das Briefgeheimnis auszuheben. Wenn die Leute nichts zu verbergen haben und alles für einen guten Zweck ist, müssen sie ihre Kommunikation doch gar nicht erst wegtüten!”
Gutes und anschauliches Argument, in der Tat. Leider war die Realität schneller: Polizei kontrolliert Briefe in Hamburg.
Zum Thema lese man auch Don Dahlmann.
Oh du verdammte Scheiße… Ob die Maßnahme nun angemessen gegen eventuelle Anschläge sind oder nicht — Hier werden gerade haufenweise Grenzen überschritten. Und ich kann mir nicht vorstellen, daß die nach dem G8-Gipfel wieder jemand schließt.