Ärmel hochkrempeln
Inmitten dem ganzen Gewühle von Bau, Job und normalem Alltags-Chaos schaffe ich mir immer öfter kleine Auszeiten. Zum Bilanzziehen, zum Überlegen.
Wo bin ich gerade, was steht auf meiner Liste, wo kann schon ein Häkchen dran? Manche Häkchen haben wehgetan, manche tun es immer noch. Andere setze ich mit einem dicken Grinsen.
Wo will ich noch ein Häkchen setzen, was tue ich dafür? Hat das Häkchen ein Blaulicht auf, blinkt es gerade hektisch? Oder winkt es nur halbherzig in meine Richtung?
Ich mag Grönemeyer eigentlich nicht so gerne, doch neulich, in einem sehr weichen Moment morgens im Auto, hat er mich mitten ins Herz getroffen:
Es gibt viel zu verliern, du kannst nur gewinnen Genug ist zu wenig, oder es wird so wie es war Stillstand ist der Tod, geh voran, bleibt alles anders Der erste Stein fehlt in der Mauer, der Durchbruch ist nah [H. Grönemeyer: Bleibt alles anders]
Ich hab einiges erreicht bisher. Ich habe den besten Mann wo gibt an meiner Seite. Um mich herum sind genau die richtige Zahl an lieben Menschen, die ich brauche. Ich schaffe mir meine Wohnumwelt derzeit genau so, wie ich sie haben will. Ich habe einen Job, und es gibt viele Momente, in denen ich glücklich bin.
Was ich habe, das schätze ich sehr. Doch ich will mich damit nicht abfinden, mich zufriedengeben und mich einrichten in längst Erreichtem. Sicher, einige Häkchen habe ich unwiederholbar verpaßt, doch vieleviele können und wollen noch gemacht werden.
30 ist das Alter, in dem “Happy” und “Birthday” getrennte Wege gehen, sagte mir neulich eine Bekannte.
Scheiß was drauf. Da draußen wartet noch einiges auf mich. Und darüber freu ich mich wie Bolle.