Der Apfel und ich
Mein Leben mit dem Apfel
Ein bißchen über meine Beweggründe zum Switch habe ich ja schon beschrieben; Auf diesen Seiten soll es um mein Leben mit dem Mac im Allgemeinen gehen und über die Software, für die ich mich entschieden habe.
Zum einen können vielleicht andere davon profitieren, und sicher ist es für mich witzig, wenn ich in fünfzig fünf Jahren mal zurückklicke und wehmütig denke: “Jaja, so ein kleines iBook war früher mein ganzer Stolz… Klar, es hatte noch nicht $FEATURE und konnte auch nicht $KILLERAPPLICATION, aber es war damals sooo toll!”;-)
Towanda und Mac? Aber die macht doch mit Pinguinen rum!
Ja, das macht sie seit 2003, und der Switch damals war recht einfach. Windows ging mir die ganze Zeit schon auf den Zeiger (obwohl ich mit Win2000 noch recht gut bedient war). Aber man kann ja getrennte Bootpartitionen erstellen und erstmal sorglos mit Fallback auf das alte System testen: Mit Hilfe eines Freundes liefen SuSE 8.0 bzw. 8.1 und W2K eine Zeitlang parallel auf meinem großen Rechner.
Irgendwann wurde Windows nur noch zum Zocken hochgefahren, und da mir aus beruflichen Gründen schließlich die Zeit zum Zocken fehlte, auch das immer seltener. Als ich wegen irgendeiner komischen Sache W2K nach ewigen Urzeiten wieder hochfahren wollte, merkte ich, daß die Bootpartition von Windows geschossen war. Da der letzte Linux-Install, bei dem die Partition über Bord gegangen sein muß, über 3 Monate her war, hatte ich wohl so lange mein Windows-System nicht vermißt.
Getreu dem alten Entrümpler-Motto: “Was Du ewig nicht mehr brauchst, das wirf weg!” überließ ich die letzten von Redmond beherrschten Gigabytes auf meinem Rechner nun auch dem Pinguin, gab meine W2K-Lizenz an den zockenden bMwg ab und lebte glücklich mit Linux, bis…
… der dekadente Wunsch nach mobilem Arbeiten, gepaart mit dem seltenen Umstand, daß etwas Geld für eine größere technische Anschaffung übrig war, in mein Leben trat.
Ein iBook namens igor
Wie hier schon zu lesen, war die Entscheidung für den Mac keine ideologische und auch keine, die von großer Kenntnis der angeblich überlegenen PowerPC-Architektur zeugt, sondern lediglich eine nach Kosten-Nutzen-Analyse: Der Kleine war groß genug, um drauf arbeiten zu können - und klein und leicht genug, um ihn sowohl ohne Verluste von Bandscheibenmaterial weite Entfernungen als auch mit meinem dauerlädierten Handgelenk über kurze Distanzen schleppen zu können, um ihn dann nach Ausspähung des besten Arbeits- bzw. Entspannungsortes effektiv einsetzen zu können.
5 Stunden Akkulaufzeit, solide Verarbeitung und ein Preis knapp unter 4stellig (ziemlich genau der Betrag, den ich übrig hatte) waren die Vernunftargumente - das sexy Aussehen und der gerade aktuelle Mac-Hype besorgten den Rest, um die von Natur aus träge Towanda zu einem Ausflug zu Gravis Bielefeld zu mobilisieren, damit sie dort ihr Erspartes umsetzte.
Schwanzvergleich igor en detail
- 1,2 GHz PowerPC G4
- 12″ TFT-Bildschirm 1024 x 768
- 256MB DDR266 RAM, inzwischen aufgerüstet auf 768 MB
- 30GB
- DVD/CD-RW-Laufwerk
- AirPort Extreme
- mit Mac OS X Panther
Um von AirPort auch richtig profitieren zu können, mußte natürlich auch der DSL-Router noch “Wlan machen können”. Da ich beim Apfelhändler mit der Anschaffung eines zusätzlichen Gerätes dafür leicht überfordert war (nicht nur finanziell, sondern auch damit, ein passendes Gerät zu finden, das die Internetbedürfnisse von drei Wohnparteien im Haus erfüllt, die über die Leitung des Hauses surfen), entschied ich mich erst mal nur für einen simplen und billigen Accesspoint - Was im Nachhinein eine gute Wahl war, da im Herbst das ganze Haus auf einen VoIP-Anbieter umstellt und dann entsprechende Geräte beim neuen Vertrag sowieso dabei sind.
Der Apfelhändler hatte mir zwar erfolgreich von den Crumpler-Bags abgeraten, aber eine Tasche für richtig mobile Einsätze und als Lagerort für das viele Zubehör von igor mußte natürlich dennoch her. Für 40 Euronen habe ich eine Spymac-Tasche aufgetrieben. Die paßt so richtig gut zwar nur für das Powerbook, schmiegt sich aber dann weich und schützend um das iBook, wenn man die beiden vorderen Verschlüsse beherzt abschneidet - und mit einer gepolsterten Umhüllung, die von seitlichen Riemen gehalten wird und einer Tasche drumrum empfinde ich igor als geschützt genug für Ausflüge außerhalb der heimischen vier Wände. Ein Drittel der Kosten einer Crumpler-Tasche - two thumbs up for spymac!
Rückblickend war die sinnloseste Anschaffung beim Kauf von igor definitiv die (zugegeben stylische) Apple-Eintasten-USB-Maus: Da ich mit Trackpad und Tastatur gut klarkomme und igor selbst in unserer (noch) kleinen Wohnung ständig herumzerre, ist das Mäuschen so überflüssig wie ein Kropf. Aber egal: Sollte ich eine brauchen, habe ich eine, die gut zu igor paßt.
Was aus picard werden soll
Tja, der große Picard (AMD Athlon 1900GHz), der mir zu Windows- und Linuxzeiten gute Dienste leistete… Ich muß zugeben, ich habe ihn schmählich behandelt in letzter Zeit. Bzw. eigentlich nicht schmählich, sondern eher gar nicht, seit ich meinen ganzen Kram im Mai/Juni 2005 komplett auf igor umgezogen habe. Nur noch die Steuersoftware, die ich einmal im Monat anwerfe, um die Umsatzsteuervoranmeldung meines ach so üppig florierenden Nebengewerbes dem Finanzamt zu übersenden, brauche ich ihn. Noch - das Programm-Abo läuft noch, aber es gibt auch Alternativen für den Mac, die ich zu gegebener Zeit zu bezahlen und einzusetzen gewillt bin.
Armer Picard… Dabei habe ich ihn erst noch mit einem großen Display ausgerüstet. Leiderleider läuft das Display auf 1280×1024px: Eine Auflösung, mit der igors Graphikkarte (oder nur deren Ausgang? Was weiß ich, es läuft jedenfalls nicht richtig!) überfordert ist. Sonst könnte ich den Kleinen gut am großen (und verdammt guten) Monitor genießen. Aber mit der verschwurbelten Übersetzung tun einem sowas von die Augen weh, daß ich es besser lasse. Stattdessen trage ich mich mit dem Gedanken, Picard einem dankbareren Besitzer zu überlassen und habe ein neues Objekt der Begierde:
Dem Mac Mini 1.42GHz mit Bluetooth, Airport und Superdrive. Der würde meinem großen Monitor sehr gut stehen und meinen Switch zur Apfelwelt rund machen.
Und wenn jetzt wer kommt und mir sagt, es wäre Unfug, über 800 Euronen für einen Rechner auszugeben, um ein Display nutzen zu können, das vor knapp einem Jahr gut 500 Euronen gekostet hat - dann halte ich mir einfach die Ohren zu und singe laut: “Ich will aber ich will, ich will…!”