Towandas Turbulenzen

Bau, Macs und der ganze Rest


Osteopathie

Kategorie: der ganze rest — towanda am Donnerstag, 30. November 2006

Am Mittwoch war ja mein erster Termin beim Osteopathen.

Tja, was soll ich sagen? Der Mann hat bisher “nur” untersucht und diagnostiziert und nix behandelt — aber ich bin restlos begeistert!

Etwa 40-50 Minuten dauerte diese Untersuchung, mit einem ausführlichen Vorgespräch vorweg. Dort ging es um die Beschwerden, Vorerkrankungen, speziellen Belastungen usw. Mir wurde sogar mein CT-Befund erklärt, was bisher auch auf meine Nachfragen hin niemand so unfangreich gemacht hat.

Dann ging die eigentliche Untersuchung los: Im Stehen, Sitzen und Liegen wurden Arme und Beine bewegt, es wurde gedrückt, befühlt, gezogen und geschoben und nach eventuellem Schmerz gefragt.

Insgesamt nicht unangenehm: Ich hatte das Gefühl, da sucht wer ganz gründlich auch an Stellen, die für einen konventionellen Arzt erst mal uninteressant sind, wenn er die Diagnose “Bandscheibenvorfall” hört.

Der Physiotherapeut erklärte mir im Abschlußgespräch (das wieder ähnlich ausführlich war), er halte meinen Bandscheibenvorfall gar nicht für die Ursache meiner Beschwerden: Viele Leute haben Bandscheibenvorfälle, von denen sie gar nichts merkten. Vielmehr vermutet er einen Engpaß in einem Nerv (nervus medianus? medialis? Muß ich noch mal nachfragen), der im Arm und am Rücken sitzt.

Das Ergebnis ist für mich zwar überraschend, aber schlüssig. Schließlich habe ich weniger Schmerzen am Rücken selbst, sondern es ist diese Dumpfigkeit im linken Arm und in den Fiingerspitzen, die mich in den Wahnsinn treibt. Mein erfolglos operiertes angebliches Karpaltunnelsyndrom wäre damit auch gleich noch erklärt.

Nächste Woche will er mir ein paar Übungen zeigen, die ich auch zu Hause weiterführen kann, um den Engpaß im Nerv wieder zu beheben. Quasi Rohrfrei für den Nerv…

Ich freu mich schon drauf. Für knapp 50 Euro eine vernünftige Diagnose zu bekommen, gefällt mir doch deutlich besser, als für 60 Euro Hammermedikamente appliziert zu kriegen — und noch immer keinen Schritt in Richtung eigentliche Heilung gemacht zu haben.

Daß ich nach fast einem Vierteljahr Schmerz und Null Besserung noch keine Bewegungstherapie verordnet bekommen habe, fand der Osteopath übrigens recht verwunderlich. Und ich wundere mich, wie man nach so langer Zeit nicht einmal nach rechts oder links gucken kann, sondern stattdessen stur weiter mit Medikamenten behandelt und lediglich deren Intensität variiert.

Genaugenommen habe ich eine ziemliche Wut auf meinen bisherigen Arzt, nachdem ich erfahren habe, wie es anders laufen kann. Aber egal — ich werde ab jetzt einfach jedem von den Segnungen der Osteopathie vorschwärmen und damit langsam aber sicher den Spritzen- und Kortison-Docs die Kundschaft abspenstig machen…

Feurio!

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